XWir verwenden Cookies für die Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie deren Verwendung zu. Details ansehenWir verwenden Cookies. Wenn Sie weitersurfen stimmen Sie der Nutzung zu. Details ansehen

Gängeviertel

Ehemaliges Wohn- und heutiges Künstlerviertel

Das Gängeviertel war einst in Hamburg eine großflächige Wohngegend. Dabei handelte es sich um eng bebaute Wohnquartiere, vorwiegend in der Altstadt anzutreffen. Die Fachwerkhäuser entlang der Gassen waren oftmals nur über verwinkelte Hinterhöfe oder Torwege zu erreichen. Im 19. Jahrhundert lebten die meisten Menschen im Gängeviertel. Es herrschten schlechte hygienische Bedingungen und im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde ein Großteil der Bebauung abgerissen. Letzte größere Relikte des Viertels fielen der Errichtung des Unilever-Hauses zum Opfer. Auch die Ost-West-Straße verläuft auf den Territorium des ehemaligen Gängeviertels.

Wer heute das Gängeviertel als ein lebendiges Stück Alt-Hamburg besuchen möchte, wird an der Westseite des Bäckerbreitengangs mit den Fachwerk-Traufenhäusern fündig. Auch zwischen Valentinskamp und Speckstraße sind mehrere Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Die letzten Überbleibsel des Gängeviertel wurden 1953 unter Denkmalschutz gestellt. Teil des Gängeviertels war auch die Caffamacherreihe. Einst war die Bebauung Teil der engen Gassen und Hinterhöfe des Viertels. Hier befand sich das Geburtshaus von Johannes Brahms, welches im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Caffamacherreihe wurde Ende des 20. Jahrhunderts ebenfalls größtenteils abgerissen und mit Büro- und Geschäftsäusern überbaut. Weithin sichtbar ist das Emporio-Hochhaus als markantestes Bauwerk des Areals.

Das Gängeviertel hat in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen. Im Jahre 2009 standen die letzten noch verbliebenen Häuser kurz vor dem Abriss. Vormals leer stehende Gebäude, wie die einstige Gürtel- und Schnallenfabrik, werden heute von Künstlern und Galeristen genutzt. Im Hamburger Kultur- und Kunstzentrum haben sich die Galerie Heliumcowboy oder die Galerie Feinkunst Krüger eine kreative Plattform geschaffen. Als ein niederländischer Investor einen Großteil des verbliebenen Areals abreißen lassen wollte, kaufte die Stadt Hamburg den Grund und Boden zurück. Ende 2013 wurde mit einer umfangreichen Sanierung im Gängeviertel begonnen. Die erhaltenen Bauwerke an der Caffamacherreihe sollen in den nächsten acht Jahren grundlegend saniert werden. Das Ziel des 20 Millionen Euro teuren Projektes besteht darin, Wohnraum, Gewerberäume und Künstlerateliers im Herzen Alt-Hamburgs zu moderaten Preisen zu schaffen.